Digitaler Motorsport traf auf schwedisches Design: Im Polestar Space Wien wurde nicht nur um die Bestzeit gefahren, sondern auch eine Sonderedition des Polestar 5 enthüllt – im Beisein des japanischen "Gran Turismo"-Vaters.
Es ist selten, dass die Grenzen zwischen Videospiel und Realität so fließend verschwimmen wie am Mittwochabend in der Wiener Innenstadt. Wo sonst Elektroautos für den städtischen Verkehr präsentiert werden, dröhnten – zumindest virtuell – die Motoren: Im Polestar Space Wien (powered by Auto Stahl) fand das Finale der "Time Trials Competition" statt.
Der eigentliche Höhepunkt des Abends war jedoch nicht nur die Jagd nach der Bestzeit, sondern ein hoher Besuch aus Japan: Kazunori Yamauchi, der Erfinder der kultigen Rennsimulation Gran Turismo, war eigens angereist, um der Veranstaltung beizuwohnen. Sein Besuch markierte die Enthüllung einer speziellen "Gran Turismo"-Sonderversion des neuen Polestar 5.
Vom Simulator auf das Eis
Die Veranstaltung bildete den Abschluss einer mehrwöchigen Qualifikationsphase. Seit Dezember ist der Polestar 5 als virtuelles Fahrzeug im Spiel Gran Turismo 7 verfügbar. Vom 9. bis 27. Jänner konnten Besucher im Wiener Showroom in professionellen Rennsimulatoren Platz nehmen, um das digitale Abbild des schwedischen Grand Tourers am Limit zu bewegen.
Aus den zahlreichen Teilnehmern qualifizierten sich die Top 10 für das Finale am Mittwoch. Unter der Moderation von Gaming-Experte Phillip Ogunfojuri setzte sich schließlich Daniel Eder durch. Mit einer Zeit von 1:36,223 Minuten sicherte er sich den ersten Platz und Tickets für das kommende "FAT Ice Race" in Zell am See. Dort wird die nun in Wien präsentierte Sonderedition des Polestar 5 am Wochenende auch erstmals physisch der breiten Öffentlichkeit gezeigt.
Digitale Präzision als Entwicklungstool
Bevor die virtuelle Zielflagge fiel, gab Michael Manske, Chief Brand Officer bei Polestar, Einblick in die technische Genese des Fahrzeugs. Um den Polestar 5 authentisch in die Sony-PlayStation-Welt zu übertragen, wurde der Wagen nicht nur optisch gescannt. Ingenieure analysierten das Fahrverhalten und die physischen Daten des echten Prototypen, um die Simulation so realitätsnah wie möglich zu gestalten.
Für die Marke ist dies mehr als nur ein Marketing-Gag: Die Integration in Simulatoren gilt mittlerweile als valides Werkzeug, um Performance-Daten einem breiten Publikum noch vor der Markteinführung "erfahrbar" zu machen.
884 PS und Marktstart im Blick
Der Polestar 5 selbst, der als viertüriger GT positioniert ist, basiert auf einer geklebten Aluminiumplattform (PPA), die hohe Steifigkeit mit vergleichsweise geringem Gewicht verbinden soll. Die Leistungsdaten zielen dabei klar auf das Segment der Supersportwagen: In der Top-Variante leistet der Elektroantrieb bis zu 650 kW (884 PS) bei einem Drehmoment von 1.015 Newtonmetern. Der Standardsprint auf 100 km/h soll in 3,2 Sekunden gelingen.
Während die virtuelle Version bereits über die Bildschirme flimmert, müssen sich Interessenten für das reale Erlebnis noch etwas gedulden: Erste Probefahrten mit dem echten Polestar 5 sollen ab Mitte des Jahres möglich sein.






