Freitag, 17. Juli 2026

Kennerspiel des Jahres 2026: Rebirth



Reiner Knizia | 2 bis 4 Personen | ab 10 Jahren

Ein Plättchen anlegen, Punkte kassieren, Ziele erreichen: Das grundlegende Spielprinzip von „Rebirth“ ist schnell gelernt – ab dann wird es anspruchsvoll: Mit drei Plättchenarten – Energieanlagen, Farmen, Häuser - belegen wir eine Landkarte wahlweise von Irland oder Schottland. Dabei wollen wir Burgen und Häfen erschließen, Kathedralen bauen, Siedlungen vergrößern und Aufträge erfüllen. Mit jedem Plättchen wird gepunktet, mal mehr, mal weniger. Wer klug plant und große Gebiete zusammenfügen kann, eilt auf der Punkteleiste schnell nach vorn. Aber auch erfüllte Aufgabenkarten können den Sieg bringen. Die beiden Planseiten zeigen zudem, wie mithilfe weniger Stellschrauben das Spielgefühl und der Komplexitätsgrad der grundlegenden Idee angepasst werden können.



Begründung der Jury:
Das einfache Grundprinzip von “Rebirth” eröffnet eine Vielzahl taktischer Möglichkeiten. Das Regelwerk ist elegant und zwingt zur Konzentration auf das Wesentliche. Die direkte Konkurrenz auf dem gemeinsamen Plan führt zu einem lebendigen und interaktiven Erlebnis, bei dem die konstruktive Planung im Vordergrund steht.

Ebenfalls nominiert: 
Boss Fighters QR (Michael Palm und Lukas Zach, Pegasus)
Moon Colony Bloodbath (Donald X. Vaccarino, Alea)



Donnerstag, 16. Juli 2026

Spiel des Jahres 2026: Dito!


Martin Ang | 3 bis 7 Personen | ab 10 Jahren

Drei Dinge, die man im Gesicht trägt: Ganz klar: Bart, Brille – und Hochmut. Oder? Bei „Dito!“ versuchen wir, die Assoziationen unserer Mitspielenden zu erahnen. Übereinstimmungen werden belohnt; Extrapunkte gibt es, wenn genau eine andere Person denselben Begriff notiert hat. Die gefundenen Begriffe wollen wir in ein neun Felder großes Raster eintragen und dort Reihen und Spalten abhaken. In jeder Runde wird eine von zwei Kategorien auf der Aufgabenkarte gewählt – von „Länder mit guter Küche“ bis zu „Dafür würden Menschen ihre Seele verkaufen“. Obwohl gegeneinander gespielt wird, kann nur gewinnen, wer sich gut auf die Assoziationswelten der anderen einlassen kann. 


Begründung der Jury:

Auf den ersten Blick ist „Dito!“ ein Wettkampf um die meisten Punkte. Im Kern verbindet es uns aber als Gruppe, denn nur über das richtige Erahnen von Gemeinsamkeiten sind wir selbst erfolgreich. Nebenbei lernen wir unsere Mitspielenden besser kennen. Wissen ist nicht gefragt, sondern Verständnis für die Sicht der anderen – und ein taktisches Gespür für die beste Platzierung der Begriffe.



Ebenfalls nominiert: 
Cozy Sticker Ville (Corey Konieczka, Unexpected Games)
Morty Sorty Magic Shop (Markus Slawitscheck, Schmidt)



Mittwoch, 15. Juli 2026

Kinderspiel des Jahres 2026: Die Insel der Mookies


für 2 Personen
Altersempfehlung: ab 4
Dauer: ca. 15 Minuten
Preis: ca. 15 Euro

Zwei Kartenstapel – zwei Spielende. Zug für Zug zwei Entscheidungen: Die linke oder die rechte Karte? Die Vorder- oder die Rückseite? Auf jeder Karte finden die Kinder traumhaft illustrierte Mookies aus einer von fünf Familien. Wählen sie das Pflanzen-Mookie, das Fossil-Mookie oder doch das Sonnen-Mookie? Die gewählte Karte kommt auf den eigenen Stapel – mit dem gewählten Mookie nach oben. So geht es hin und her, bis einer der Stapel leer ist. Wer nun von einer Familie die meisten Wesen gesammelt hat, erhält deren Trophäe. Doch Vorsicht – in der Auslage lauern auch Spinnen, die auf den gegnerischen Stapel gespielt werden. Wer von diesen am Ende die Mehrheit hat, verliert eine Trophäe. Ein flotter und stimmiger Wettstreit, mit der richtigen Prise Taktik.


Begründung der Jury:

Mit wenig Regeln entsteht bei „Die Insel der Mookies“ am Spieltisch ein spannendes Duell, von dem Kinder nicht genug kriegen können. Die Aufgabe ist elegant auf das Wesentliche reduziert und wächst dabei aber taktisch mit den Kindern mit. Durch die liebevolle Aufmachung entspringt der kleinen Schachtel in wenigen Minuten nicht nur eine Insel, sondern eine kleine Welt.

Ebenfalls nominiert: 
Buh Party (Florian Sirieix und Benoit Turpin, Loki)
Verflixt verzaubert (Thomas Dagenais-Lespérance, Game Factory)





Dienstag, 14. Juli 2026

Masters of the Universe - Filmkritik

Filmstart 03.06.2026
Drama, Action, Abenteuer



Die Rückkehr der Muskelmänner: Ein Spagat zwischen Feuilleton und Fankult

Der He-Man-Reboot von Travis Knight hievt Nicholas Galitzine nach Eternia. Das Fantasy-Spektakel spaltet das Publikum: Während die Kritik mit der tonalen Unsicherheit hadert, feiern Enthusiasten eine triumphale Wunscherfüllung.

Dass Hollywood in seiner ungebremsten Nostalgie-Verwertung vor rein gar nichts zurückschreckt, ist ein ungeschriebenes Gesetz der Gegenwart. Doch dass ausgerechnet Mattels archaischer Muskelprotz He-Man, der in den 1980er-Jahren primär als Vorwand zur Vermarktung von Plastikfiguren diente, nun abermals als Action- und Fantasy-Epos aufersteht, besitzt eine ganz eigene Dynamik. Regisseur Travis Knight unternimmt den gewagten Versuch, jener absurd überzeichneten Welt namens Eternia eine unerwartete emotionale Gravitas einzuhauchen.

Das Resultat ist ein faszinierend zweigeteiltes Werk. Einerseits liefert der Film optisch enorme Schauwerte. Wenn Prinz Adam – gespielt von Nicholas Galitzine, der hier das mächtige Zauberschwert schwingt – nach fünfzehnjährigem Exil auf der Erde in seine Heimat zurückkehrt, um Lord Skeletor vom Thron zu stoßen, erstrahlt das Set-Design in opulenter Pracht. Knight verlässt sich glücklicherweise auf haptische Kulissen und visuell durchdachte Welten statt auf sterile digitale Effekte.


Skeletor im Method-Acting-Wahn

Wo das Auge sich an den ausufernden Schwert-und-Magie-Choreografien sattsehen darf, wird der erzählerische Faden jedoch arg strapaziert. Das Skript, an dem gleich vier Autoren (darunter David Callaham) mitgewirkt haben, klaubt sich die Versatzstücke aus der eigenen Trash-Historie zusammen, ohne immer einen konsistenten, modernen Tonfall zu treffen.

Besonders deutlich wird dies bei der Besetzung des Antagonisten. Jared Leto, der Lord Skeletor verkörpert, pflügt mit einem derartigen Furor durch die Szenerie, dass das restliche Ensemble (darunter Camila Mendes und Alison Brie) streckenweise an den Rand gedrängt wird. Letos Interpretation des Totenkopf-Schurken schwankt unentschlossen zwischen Shakespearescher Tragödie und purer Camp-Ästhetik.

Die Rettung durch die Nostalgiebrille

Lässt man den analytischen Zynismus jedoch vor der Kinotür und betrachtet das Spektakel rein als Fan, wandelt sich das Bild grundlegend. Wer als Kind mit Battle Cat durch das Wohnzimmer geritten ist und bei jedem Gewitter „Bei der Macht von Grayskull!“ rufen wollte, bekommt von Travis Knight genau jene bombastische Liebeserklärung serviert, auf die man jahrzehntelang gewartet hat.

Die vermeintlichen Schwächen des Drehbuchs verblassen dann rasch angesichts der schieren Detailverliebt- und Freude, mit der das ikonische Design von Castle Grayskull zum Leben erweckt wird. Aus dieser Perspektive passt selbst Jared Letos exaltiertes Overacting perfekt zu einem Schurken, der im Original schließlich ein schreiendes Skelett in lila Rüstung war. Knight liefert kein tiefschürfendes Programmkino, sondern eine laute, bunte und herrlich kompromisslose Zeitreise in die eigene Kindheit, die für Enthusiasten eine klare Höchstwertung rechtfertigt.

Wertung: 9 / 10

Montag, 13. Juli 2026

Das Sterben des edlen Rächers - The Death of Robin Hood - Filmkritik

                                                      

Filmstart: 18.06.2026
Action Abenteuer

Kein Sherwood-Glamour, keine heldenhafte Umverteilung: Regisseur Michael Sarnoski dekonstruiert in "The Death of Robin Hood" den wohl berühmtesten englischen Volksmythos. Hugh Jackman glänzt in diesem bleischweren A24-Drama als gebrochener Mörder, der seiner eigenen Legende nicht mehr entkommen kann.

Die Demontage des Meisterdiebes

Wer bei Robin Hood unweigerlich an den charmanten Errol Flynn, an Kevin Costners popkulturellen Bogenschützen oder gar an unbeschwerte Strumpfhosen denkt, wird in Michael Sarnoskis Neuinterpretation eine abgründige Überraschung erleben. Der Regisseur, der bereits mit dem fabelhaften Trüffelschwein-Drama Pig bewies, wie man Erwartungshaltungen grandios unterläuft, setzt auch hier auf konsequente Entmythisierung. Sein Robin Hood (Hugh Jackman) ist kein edler Rebell, sondern ein vom Krieg gezeichneter, desillusionierter Zyniker.

Nach einem Leben voller Gewalt, das in einer brutalen, fast schon unerträglich rohen Eröffnungssequenz gipfelt, findet sich der gealterte Antiheld schwer verwundet wieder. Der Sherwood Forest ist hier kein romantischer Rückzugsort, sondern ein unwirtliches Fegefeuer, in dem die Geister der Vergangenheit lauern. Die erzählerische Fallhöhe ergibt sich nicht aus dem Kampf gegen einen fiesen Sheriff, sondern aus Robins Ringen mit den eigenen Taten. Die Geschichten über den Beschützer der Armen entlarven sich als nachträgliche Verklärung einer blutigen Realität.

Kammerspiel zwischen Schmutz und Sühne

Inszenatorisch wagt Sarnoski im zweiten Akt einen radikalen Bruch. Wenn die mysteriöse Schwester Brigid (Jodie Comer) den sterbenden Mann rettet und in ihre Obhut nimmt, wandelt sich der düstere Historienthriller zu einem meditativen Kammerspiel. Die opulenten Schauwerte weichen langen, exzellent geschriebenen Dialogen, in denen die Lebenslügen der Titelfigur seziert werden.

Hier wird der Film zu einer schauspielerischen Tour de Force. Hugh Jackman nimmt sich völlig zurück. Sein testosterongeladenes Auftreten aus Wolverine-Zeiten ist einem tiefen, resignierten Verfall gewichen – eine rohe, zutiefst verletzliche Darbietung, die zu den stärksten seiner Karriere zählt. Jodie Comer bildet dazu ein fulminantes moralisches Gegenwicht. Sie ist es, die dem Film in seiner erdrückenden Schwere emotionale Bodenhaftung verleiht. Auch die Bildsprache der A24-Produktion überzeugt: Die Kameraarbeit fängt die schmutzige, raue englische Landschaft in verblassten, fast klaustrophobischen Farben ein.

Fazit: Zäh, aber zutiefst lohnend

The Death of Robin Hood macht es seinem Publikum nicht leicht. Sarnoski verweigert sich beharrlich genreüblichen Konventionen und verlangt den Zusehenden mit einem äußerst gemächlichen Pacing in der zweiten Hälfte einiges an Geduld ab. Wer sich jedoch auf die philosophische Schwere, die unnachgiebige Dunkelheit und das brillante Schauspielduo einlässt, erlebt eine mutige, visuell berauschende Dekonstruktion. Es ist ein faszinierender Abgesang auf das Heldentum – und ein Film, der seinen Mythos ebenso liebevoll wie schonungslos zu Grabe trägt.

Wertung: 8 / 10





Sonntag, 12. Juli 2026

Das Beste aus zwei Welten: Schieben, Laufen, Bauen - Carcassonne Labyrinth - Preview


Carcassonne Labyrinth vereint die Kernmechaniken zweier absoluter Brettspiel-Klassiker unter einem klaren Motto: Schieben, laufen, bauen.

Das Video präsentiert die finale Version des Spiels in der sogenannten Profivariante. Während das Grundspiel bewusst zugänglich gehalten ist und sich in wenigen Minuten erklären lässt, bringt die Profiversion durch zusätzliche Auftragskarten eine völlig neue strategische Ebene auf den Tisch.


Die Profivariante: Auftragskarten und Wappenmarker

In der Spielschachtel sind bereits 18 doppelseitige Erweiterungs- und Auftragskarten enthalten. Diese geben den Spielern übergeordnete Ziele und sorgen für ein kleines Wettrennen am Tisch.

Im gezeigten Szenario versuchen die Spieler beispielsweise nebenbei folgende Aufträge zu erfüllen:

Eine Stadt aus exakt 3 Plättchen abschließen.
Einen Weg aus genau 4 Plättchen abschließen.

Wer solche Aufgaben als Erster erfüllt, wird mit begehrten Wappenmarkern belohnt. Nachzügler bekommen oft weniger Belohnungen, weshalb man nicht nur das eigene Labyrinth, sondern auch die Fortschritte der Mitspieler im Auge behalten muss.

Der Spielzug im Detail

Ein typischer Spielzug erfordert clevere Vorausplanung und kombiniert die Mechaniken beider Vorbilder:

Schieben: Ein Plättchen wird (wie beim verrückten Labyrinth) in das zentrale Spielfeld geschoben, um Gänge zu verändern. Clevere Spieler nutzen dies auch, um sich selbst über das Brett "teleportieren" zu lassen, wenn sie mit herausgeschoben werden.

Laufen: Der Meeple bewegt sich über die neu verbundenen Wege durch Wälder und auf Straßen zum gesuchten Schatz.

Bauen: Das herausgeschobene Plättchen sowie das eventuell gesammelte Schatzplättchen werden nun an die eigene, persönliche Auslage gebaut. Hierbei gelten die strengen Carcassonne-Regeln: Wiese an Wiese, Stadt an Stadt, Straße an Straße.

Die Endwertung: Wer baut am höchsten?

Die Abrechnung am Ende des Spiels (sobald der Nachziehstapel leer ist) ist wunderbar haptisch gelöst: Höhe gewinnt.

Jeder Spieler stapelt all seine verbauten Landschaftsplättchen und die verdienten Wappenmarker zu einem Turm. Wer den höchsten Stapel vor sich stehen hat, gewinnt die Partie. Eine kleine motivierende Besonderheit gibt es bei den Wappenmarkern: Wer über das Spiel hinweg die meisten Wappen sammeln konnte, darf am Ende anstelle seines Meeples eine Krone auf seinen Turm setzen.

Zielgruppe und Umfang

Ravensburger und Hans im Glück richten sich mit dem Titel an eine extrem breite Zielgruppe. Durch die Modulbauweise holt das Spiel ab:

Anfänger und Familien: Mit dem Basisspiel, das auch als Solo-Tutorial dient.

Kenner und Profis: Durch die beiliegenden 18 Auftragskarten, die teils knallharte Challenges (wie ein 4x4 Raster bauen oder eine riesige Stadt ohne Schätze abschließen) bieten.

Das Spiel ist ab September 2026 regulär im Handel erhältlich.

Samstag, 11. Juli 2026

PlayStation Plus im Juli 2026: "Call of Duty: Modern Warfare 3" führt das Line-up an


Sony hat die neuen Inklusiv-Spiele für PS-Plus-Abonnenten im Juli bekannt gegeben. Neben dem Shooter-Schwergewicht gibt es auch Strategie und hochgelobte Indie-Kost.

Im Juli dürfen sich Abonnentinnen und Abonnenten von Sonys kostenpflichtigem Onlinedienst PlayStation Plus wieder über spielerischen Nachschub freuen. Das Aushängeschild des aktuellen Monats ist dabei unbestreitbar "Call of Duty: Modern Warfare III". Der Ego-Shooter aus dem Hause Activision wird in der Cross-Gen-Edition (für PS4 und PS5) zur Verfügung gestellt. Damit können sich Spieler sowohl in die rasante Kampagne als auch in die gewohnt populären Multiplayer-Gefechte stürzen.

Wer es lieber taktischer angeht, wird mit "For The King II" bedient. Das Strategiespiel mit starken Tabletop- und Rollenspielelementen lässt sich hervorragend im Koop-Modus spielen und schickt Abenteurer in rundenbasierte Kämpfe gegen ein tyrannisches Regime.

Komplettiert wird das monatliche Trio durch den Indie-Hit "CrossCode". Das Action-Rollenspiel im charmanten 16-Bit-Retro-Look erfreut sich bei Kritikern wie Spielern großer Beliebtheit. Es besticht durch ein flottes Kampfsystem, knackige Rätsel und eine clevere Sci-Fi-Story. Auch diese beiden Titel sind sowohl für die PlayStation 4 als auch für die PlayStation 5 verfügbar.

Wert von über 120 Euro

Laut dem japanischen Konsolenhersteller repräsentieren die drei Spiele dieses Monats einen Gegenwert von "über 120 Euro". Um die Titel der eigenen Spielebibliothek hinzuzufügen, wird mindestens das Basis-Abonnement "PlayStation Plus Essential" benötigt. Selbstverständlich stehen die Spiele auch jenen zur Verfügung, die die teureren Tarife "Extra" oder "Premium" abonniert haben.

Sobald die Titel einmal beansprucht und der eigenen Bibliothek hinzugefügt wurden, bleiben sie spielbar, solange ein aktives PlayStation-Plus-Abonnement besteht.

Meilenstein des Comic-Kinos: "Supergirl" ist ein visuelles und emotionales Meisterwerk


Filmstart: 25.06.2026
Fantasy, Action, Abenteuer

Regisseur Craig Gillespie schickt Milly Alcock in der DC-Verfilmung "Supergirl" auf einen grandiosen Space-Western-Roadtrip. Der Film ist ein triumphaler Befreiungsschlag aus der Superhelden-Formel und glänzt auf ganzer Linie.

Es ist ein mutiges, geradezu revolutionäres Bild, das sich dem Kinopublikum in den ersten Minuten bietet: Die Cousine des ewig strahlenden Superman, Kara Zor-El, sitzt desillusioniert in einer schäbigen Alien-Spelunke, betrinkt sich hemmungslos an außerirdischem Schnaps und trauert. Der DC-Blockbuster Supergirl (basierend auf Tom Kings Comic-Meisterwerk Woman of Tomorrow) verabschiedet sich furios von der aseptischen Heldenerzählung vergangener Dekaden. Regisseur Craig Gillespie (I, Tonya) serviert stattdessen einen visuell berauschenden, emotional tiefschürfenden Space-Western, der jede Minute seiner Laufzeit fesselt.

Das unangefochtene Herzstück dieser kosmischen Odyssee ist Milly Alcock. Die australische Schauspielerin, die in House of the Dragon bereits aufhorchen ließ, spielt Kara nicht als entrückte Halbgöttin, sondern liefert eine schauspielerische Offenbarung. Ihre Supergirl ist zerrissen, traumatisiert und herrlich unangepasst. Als die dreizehnjährige Ruthye (eine echte Entdeckung: Eve Ridley) an sie herantritt, um blutige Rache an dem Weltraumpiraten Krem zu fordern, entfaltet sich ein Roadtrip von beispielloser erzählerischer Wucht. Die Chemie zwischen der lakonischen Heldin und dem rachsüchtigen Teenager erzeugt eine regelrechte cineastische Magie. Gemeinsam reisen sie durch eine Galaxis, die in ihrer rohen, dreckigen Ästhetik auf bestmögliche Weise an Endzeit-Epen à la Mad Max erinnert.


Brillanter Antagonist und perfekte Inszenierung

Wo andere Genre-Vertreter chronisch schwächeln, brilliert Supergirl ausnahmslos. Matthias Schoenaerts verleiht dem Bösewicht Krem eine enorm bedrohliche, physische Präsenz. Er verkommt nie zu einem formelhaften CGI-Schurken aus der Retorte, sondern bleibt ein greifbarer, faszinierend abgründiger Antagonist, der die emotionale Fallhöhe des Films bis zum fesselnden Finale stetig steigert.


Auch auf technischer Ebene setzt der Film Maßstäbe. Die Verschmelzung aus herrlich handgemachten Sets, detailverliebtem Creature-Design und makellosen visuellen Effekten kreiert fremdartige, lebendige Welten. Hier wirkt nichts künstlich; jeder staubige Planet, jede schummrige Raumhafen-Kneipe atmet Geschichte und Atmosphäre. Dazu kommt ein perfekt getaktetes Pacing: Mit kompakten 108 Minuten Laufzeit ist das Werk meisterhaft entschlackt – es gibt keine Sekunde Leerlauf, keinen überflüssigen Subplot. Jeder Schnitt sitzt.


Fazit: 

Supergirl ist letztlich nicht weniger als ein Triumph. Ein Film, der die raue Tonalität eines Westerns virtuos mit der Brillanz großen Sci-Fi-Kinos verknüpft. Milly Alcock trägt diesen Film mit einer unfassbaren Leichtigkeit und krönt sich zur unbestrittenen neuen Königin des DC-Universums. Ein visuell wie erzählerisch makelloses Meisterwerk und schon jetzt ein moderner Klassiker.

Wertung: 10 / 10

Freitag, 3. Juli 2026

Taktisches Früchtchen Farbenfrohes Kartenspiel von Piatnik - Cherry on Top

                                                      


Als Booster fürs Gehirn präsentieren sich die bunten Früchte bei „Cherry on Top“, einem taktischen Familien-Kartenspiel des Wiener Spieleverlags Piatnik. Wer schafft es, größere Kartengruppen zu bilden als die Mitspielenden und die eigenen Handkarten zuerst abzulegen? Mit seinem handlichen Format als Pocketspiel eignet sich „Cherry on Top“ auch für unterwegs und sorgt deshalb nicht nur zuhause für gute Laune und Appetit auf eine nächste Runde.


Bananen, Melonen und natürlich Kirschen stehen bei diesem herausfordernden Kartenspiel neben vier weiteren Früchten und sieben Farben im Mittelpunkt. Alle versuchen, bei ihrem Zug möglichst viele Karten mit der gleichen Farbe oder Frucht an bereits ausliegende Karten anzulegen und damit eine Gruppe zu bilden. Klingt einfach, kann aber ganz schön knifflig werden! Denn dabei ist Köpfchen gefragt: Wer taktisch vorgeht, bezieht bereits ausliegende Karten in seinen Zug mit ein und nutzt damit möglichst geschickt die Vorarbeit von Anderen.

Erlaubt ist auch ein besonderer Twist, der den Spielverlauf ganz schnell in eine neue Richtung lenken kann: Bereits ausliegende Karten dürfen mit anderen Farben oder Früchten überdeckt werden. Das Ziel ist immer, sich in der gemeinsamen Kartenauslage zu überbieten und eine um mindestens eine Karte größere Gruppe zu bilden als der vorher Spielende. Das wird natürlich bei jedem Zug etwas komplizierter, sodass Spaß und Spannung kontinuierlich steigen. Wer allerdings bei dieser wachsenden Herausforderung nicht mithalten kann, muss leider passen und beim nächsten Zug auf mehr Glück hoffen.

Haben jedoch alle der Reihe nach gepasst, startet eine neue Runde mit einer neu ausgelegten Karten-Gruppe. Gespielt wird solange, bis jemand seine letzte Handkarte ablegen kann und damit nach rund 15 Minuten Spielzeit gewinnt. Vielleicht mit Kirschen „on Top“?

Wer Spiele mit unkomplizierten Regeln sucht, die aber trotzdem Köpfchen verlangen und einen kleinen Twist bieten, liegt mit „Cherry on Top“ genau richtig. Zwei bis fünf Personen ab acht Jahren wetteifern in dem von Autor Michael Diechtierow konzipierten „Ladder-Climbing-Spiel“ (Überbieten von bereits ausgespielten Karten) um den Sieg. Für gute Laune sorgen die modernen, farbenfrohen Illustrationen von Lars Besten und die richtigen Ideen für den perfekten Frucht-Mix.

Cherry on Top
Spieltyp: Pocketspiel, Kartenspiel
Autor: Michael Diechtierow
Illustration: Lars Besten
Alter: ab 8 Jahren
Anzahl: 2-5 Personen
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Preis: ca. 9,99 Euro






Mampfalarm im Monsterland - „Monstersnack“ bringt hungrigen Spielspaß auf den Tisch



Achtung hungrige Monster! In Monstersnack dreht sich alles um mampfende Monster und ihre leckeren Lieblingsgerichte. Sechs farbenfrohe Wesen warten nur darauf, endlich gefüttert zu werden. Doch Obacht: Nicht jedes Monster mag alles! Nur wer genau hinschaut und sich gut merkt, welches Monster welches Gericht bevorzugt, stillt seinen Hunger und kassiert Monstermünzen.

Das neue Kinder-Memospiel sorgt für turbulenten Spielspaß rund um den Tisch. Sechs detailreiche Kunststoffmonster stehen bereit, während 18 verdeckte Pfännchen in der Mitte liegen. Wer an der Reihe ist, deckt ein Pfännchen auf und versucht, das passende Monster zu füttern. Stimmt die Wahl, gibt’s Monstermünzen. Falsche Snacks wandern verdeckt zurück. Schnell gespielt, mitreißend und voller Überraschungen. Monstersnack ist ein kurzweiliges Action Memo-Abenteuer für Kinder ab fünf Jahren.

Ein Memospiel mit großem Spaßfaktor und besonderer Ausstattung: Monstersnack kombiniert klassisches Erinnern mit originellem Spielmaterial und witziger Monster Action. Ideal für Familien, die humorvolle Spieleabende lieben und Wert auf hochwertige, kindgerechte Gestaltung legen.

Monstersnack
Steffen Hacker
Ab 5 Jahren, für 2-4 Personen
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Preis: ca. 26,99 Euro
Linktipp: Monstersnack

„Kniffel – Das Duell“: Der Klassiker als packender Zwei-Personen-Würfelwettkampf




Seit über 45 Jahren wird in Wohnzimmern leidenschaftlich gewürfelt, gerechnet und um den Sieg gekämpft – der Spieleklassiker „Kniffel“ begeistert Generationen von Jung und Alt, ob im Original oder in zahlreichen spannenden Varianten. Mit „Kniffel – Das Duell“ präsentiert Schmidt Spiele nun die neueste Weiterentwicklung des beliebten Würfelspiels: eine dynamische Zwei-Personen-Version, in der sich beide Spielenden in einem direkten Würfelwettkampf messen.

Wer schnappt sich zuerst das Full House, den Dreierpasch oder die Kleine Straße? „Kniffel® – Das Duell“ greift den beliebten Mechanismus des Klassikers auf und verwandelt ihn in ein packendes „Tauziehen“ für zwei Personen. Statt die eigenen Ergebnisse wie gewohnt auf dem Block zu notieren, kämpfen beide Spielenden um goldene Holzscheiben. Jede Scheibe steht für eine bestimmte Kombination, die es zu erwürfeln gibt, und kann dank glücklicher Würfe und cleverer Entscheidungen die Seite so lange wechseln, bis sie von einer Person gesichert wurde. Die Person, die zuerst fünf Holzscheiben oder sogar nur drei benachbarte gewinnt, geht als Sieger:in aus dem Duell hervor.



Die neueste Kniffe-Variante wurde von Schmidt Spiele zusammen mit Autor Reiner Knizia entwickelt, der mit „For One – Kniffel bereits für den Würfelspaß für eine Person sorgte und mit „Kniffel7“ eine Variante mit sieben Würfeln kreierte.

Typ: Würfelspiel | Marke: Schmidt Spiele | Anzahl Spielende: 2 Personen | Alter: ab 8 Jahren | Zeit: ca. 15 Minuten | Preis: 14,99 Euro (UVP)