Sonntag, 17. Mai 2026

Filmkritik: „Ready or Not 2“: „Ready or Not 2“: Ein herrlich makabres Schlachtfest der Elite



Das Regie-Duo Radio Silence legt nach: Die Fortsetzung des Horror-Hits schickt Samara Weaving und Kathryn Newton in einen blutigen Überlebenskampf gegen einen weltumspannenden satanischen Kult. Ein visuell opulenter und bitterböser Abgesang auf die Superreichen.


Dass Horror-Fortsetzungen oft daran kranken, den Charme des Originals durch bloße Quantität ersetzen zu wollen, ist eine Binsenweisheit des Kinos. Mehr Blut, mehr Opfer, weniger erzählerischer Subtext. Das Regie-Kollektiv
Radio Silence (Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett) umschifft diese kreative Klippe in „Ready or Not 2: Here I Come“ jedoch mit einer choreografierten Eleganz, die im modernen Mainstream-Horror selten geworden ist.

Stand im Zentrum des Erstlings von 2019 noch die panische Flucht der frisch vermählten Grace (Samara Weaving) vor ihrer mörderischen Schwiegerfamilie, dehnt das Sequel die Mythologie nun genüsslich aus. Wie das furiose Filmposter mit seiner blutroten, von Kerzenschein erleuchteten Ästhetik bereits erahnen lässt, beschränkte sich der teuflische Pakt keineswegs auf eine einzige amerikanische Brettspiel-Dynastie. Die Handlung knüpft nahtlos an: Grace wird in einen weitaus größeren, globalen Machtkampf um den Thron eines elitären Rates hineingezogen. An ihrer Seite: ihre entfremdete Schwester Faith (Kathryn Newton), die dem blutigen Treiben – passend zur auf dem Plakat platzierten Kaugummiblase – mit einer wunderbar rotzigen Respektlosigkeit begegnet.


Klassenkampf mit Schrotflinte und Morgenstern

Das ist nicht nur narrativ eine konsequente Weiterentwicklung, sondern erlaubt dem Film auch eine spitzzüngige Milieustudie. Wurde der obszöne Reichtum im ersten Teil noch als exzentrische Marotte karikiert, wird er hier als weltumspannendes, parasitäres System entlarvt. Der Klassenkampf wird wörtlich genommen, und das Drehbuch zielt zielsicher auf die Arroganz jener Eliten ab, die glauben, sich mit genügend Kapital von jeglichen moralischen – und sterblichen – Konsequenzen freikaufen zu können.

Dafür versammelt der Film ein formidables Ensemble, das sich nahtlos in die comichaft überzeichnete Welt einfügt. Sarah Michelle Gellar als durchtriebene Ursula Danforth mit gezücktem Revolver und Shawn Hatosy mit blutigem Morgenstern liefern sich ein absurdes Wettrüsten. Elijah Wood glänzt als diabolischer "Anwalt" der Familien mit Regelwerk unterm Arm, während Körperhorror-Legende David Cronenberg als Patriarchen-Fossil die aristokratische Fäulnis schon fast physisch greifbar macht.



Opulenz trifft auf Gemetzel

Ästhetisch ist der Film ein Triumph der Kontraste. Die Kameraarbeit fängt die dekadente Welt der rivalisierenden Familien in warmen, trügerisch heimeligen Goldtönen ein – ein visueller Pomp, der in herrlich absurdem Widerspruch zu den ausufernden Splatter-Einlagen steht. Wenn antikes Interieur im Hagel von Schrotflinten-Salven und Sturmgewehren zersplittert, wohnt dem eine geradezu anarchische Katharsis inne.

Getragen wird dieses blutrünstige Kammerspiel erneut von Samara Weaving, die sich endgültig als eine der versiertesten "Scream Queens" ihrer Generation etabliert. Ihr Wechselspiel aus traumatisierter Überlebender und abgebrühter Jägerin im blutroten Spitzenkleid gerät nie zur flachen Rache-Fantasie. Stattdessen verleiht sie ihrer Figur eine rauchige, fast schon stoische Resignation gegenüber der Absurdität ihrer Situation.



Fazit

„Ready or Not 2“ ist ein morbid-vergnüglicher Abgesang auf das „Old Money“, der den Spagat zwischen pechschwarzer Komödie und nervenzerfetzendem Action-Thriller mühelos meistert. Ein cineastisches Festmahl, das dem strapazierten Slogan „Eat the Rich“ eine ganz neue, herrlich makabre Note verleiht. Pünktlich zum Kinostart wird hier das Zwerchfell ebenso strapaziert wie das Nervenkostüm.

Wertung: 9/10

Samstag, 16. Mai 2026

Fantasy Ink Ein zauberhaftes Duell



Fantasy Ink ist in ein kreatives Fantasy-Duell voller magischer Wesen. In diesem Spiel wetteifern zwei Parteien darum, ihre Ideen zum Leben zu erwecken, bevor sie verblassen. Runde für Runde werden Würfel aus einem gemeinsamen Pool gewählt und auf Fantasiewesen platziert, um Kapitel zu vollenden. Der Sieg gelingt durch das Abschließen von 20 Kapiteln oder das Sammeln von sieben Symbolen einer Farbe – stets mit dem Ziel, die eindrucksvollsten Wesen und Geschichten zu erschaffen.
 
Im Mittelpunkt stehen Helden, denn kein Märchen entfaltet ohne sie seine volle Wirkung. Als leidenschaftliche Geschichtenerzähler konkurrieren die Spielenden darum, die spannendsten Helden für ihre Erzählung zu gewinnen. Diese werden mit Geschenken in Form von Würfeln angelockt, die strategisch auf Karten eingesetzt werden. Die Herausforderung besteht darin, Helden rechtzeitig zu überzeugen, bevor sie sich anderen Abenteuern zuwenden. Der Spielsieg erfolgt entweder durch das Vollenden des eigenen Buches oder durch besonders reizvolle Heldenkonstellationen.

Fantasy Ink richtet sich an Familien, erwachsene Spielrunden und Fans von Sky Team. Das Spiel verbindet zugängliche Regeln mit taktischer Tiefe und kreativer Freiheit. Es fördert gemeinsames Erzählen, strategisches Denken und bietet einen hohen Wiederspielwert für unterschiedlichste Zielgruppen.

Fantasy Ink
Luc Rémond
Ab 10 Jahren, für 2 Personen
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Preis: ca. 24,99 Euro

Serienkritik: Die Ästhetik des Zorns: Warum "Darth Maul" das Star-Wars-Universum neu definiert - Staffel 1

Disney+
Staffel 1
8 Episoden


Einst war er nur ein stummes Marketinginstrument mit Doppellichtschwert. Nun widmet sich die neue Serie dem tätowierten Sith-Lord – und liefert eine meisterhafte, düstere Studie über Schmerz, Obsession und den Preis der Rache.

Man muss ehrlich sein: Als Darth Maul 1999 in Episode I – Die dunkle Bedrohung auf der Leinwand erschien, war er weniger eine ausformulierte Figur als vielmehr ein rein choreografisches Versprechen. Ein rot-schwarzer Dämon mit Hörnern, der nach einem unbestreitbar grandiosen Duell buchstäblich in der Versenkung – beziehungsweise einem Reaktorschacht – verschwand. Dass ausgerechnet dieser einstige Handlanger nun das Zentrum des bislang brillantesten Star-Wars-Kapitels im Serienformat bildet, grenzt an ein narratives Wunder.



Die Anatomie der Rache

Die Serie weigert sich standhaft, in jene nostalgischen Fallen zu tappen, die das Franchise zuletzt so oft straucheln ließen. Statt endloser Fan-Service-Cameos und wohliger Space-Opera-Romantik erwartet das Publikum hier ein psychologisches Drama von geradezu antiker Tragik. Wir erleben Maul nicht als glorifizierten Antagonisten, sondern als gebrochenes Konstrukt; eine lebende Waffe, die von ihren Schöpfern weggeworfen wurde und nun in der galaktischen Peripherie verzweifelt nach einem eigenen Zweck sucht.

Die Inszenierung ist dabei von einer faszinierenden, fast schmerzhaften Rohheit. Die Kameraarbeit fängt die Schmutzigkeit der Unterwelt mit einer Präzision ein, die stark an den Neo-Noir-Stil erinnert. Wenn das ikonische rote Doppellichtschwert zündet, ist dies kein Moment des Triumphs, sondern der Ausbruch einer tief sitzenden, unkontrollierbaren Agonie. Die Kämpfe sind nicht bloß durchgestylter Tanz, sie sind brutale, verzweifelte Überlebenskämpfe, in denen jeder Schlag das Trauma der Hauptfigur physisch spürbar macht.

Shakespeare im Outer Rim

Was das Skript hier leistet, ist eine bemerkenswerte Dekonstruktion der sogenannten Dunklen Seite der Macht. Maul wird nicht als eindimensional böse gezeichnet, sondern als Opfer eines toxischen Systems galaktischer Machtspiele – instrumentalisiert von den Nachtschwestern von Dathomir, missbraucht und verraten von Darth Sidious. Die Dialoge sind karg, aber messerscharf; das Wesentliche wird über die physische Präsenz und die drückende Stille zwischen den Worten kommuniziert.

Es ist eine Studie der Obsession, die in ihrer Konsequenz an literarische Klassiker heranreicht. Maul ist ein galaktischer Ahab, der seinen weißen Wal – seien es nun die Jedi im Allgemeinen oder Kenobi im Speziellen – mit einer autoaggressiven Verbissenheit jagt, die ihn unweigerlich selbst verzehrt.

Fazit: 

"Darth Maul" wagt das Unmögliche: Die Serie nimmt das popkulturelle Gepäck eines rein ästhetischen Designs der späten Neunzigerjahre und gießt daraus ein radikales, kompromissloses Meisterwerk. Die Showrunner beweisen eindrucksvoll, dass im oft so formelhaft gewordenen Star-Wars-Kosmos noch immer Platz für echte, erzählerische Brillanz ist – wenn man nur den Mut aufbringt, lange genug in den Abgrund zu blicken. Ein dunkler, brachialer und emotional niederschmetternder Triumph. Ein makelloser Auftakt der 1 Staffel, der lange nachhallt.

Wertung: 10 / 10 

Freitag, 15. Mai 2026

Neue Herausforderung in Borderlands 4: Kostenloses Raid-Boss-Update erscheint am 28. Mai

Vault Hunter, macht eure Waffen bereit! 2K und Gearbox spendieren Borderlands 4 Nachschub. Mit dem "Raid-Boss-2-Content-Update" ziehen gleich zwei neue, gewaltige Widersacher ins Spiel ein – und das völlig kostenlos.



Wer das Endgame von Borderlands 4 bereits ausgereizt hat, bekommt Ende des Monats einen guten Grund, erneut in die Schlacht zu ziehen. Am 28. Mai wird das zweite große Raid-Boss-Update für alle Spieler auf PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S freigeschaltet. Im Mittelpunkt stehen dieses Mal zwei völlig neue Boss-Gegner, die selbst bestens ausgerüsteten Teams alles abverlangen dürften.

Subjugator und Thol der Unbesiegbare stehen im Dienst des Zeitwächters und leben abgeschieden auf einer Insel vor der Küste der Fadefields, wo sie auf Herausforderer warten. Die Begegnung beginnt als Tag-Team-Kampf gegen den schwebenden Subjugator und den massigen Thol. Sobald einer der beiden besiegt wurde, zieht sich der verbleibende Boss in eine eigene Arena zurück, um in einer aufgestiegenen Form seine volle Macht zu entfalten und ein Duell auf Leben und Tod auszulösen.

Kammer-Jäger, die es schaffen, dieses Duo zu besiegen, haben die Chance auf mächtige neue Belohnungen:

Eine neue perlmuttfarbene Waffe: Jail-Broken Gatling (Order-SMG): Jeder Treffer gegen einen Gegner gewährt einen Buff, der Feuerrate, Schaden, Waffenrückstoß und die Chance erhöht, zusätzliche Projektile abzufeuern.

Vier neue legendäre Gegenstände: 


- Lockjaw (Torgue-Sturmgewehr): Feuert explosive Projektile ab, die zwischen mehreren Zielen hin- und herspringen.

- Shammy Kablammy (Tediore-Pistole): Tränkt Gegner mit heißem Moonshine und schleudert beim Nachladen ein explosives Projektil, das getränkte Gegner mit Brandschaden verbrennt. Der Schaden skaliert mit der Anzahl der entzündeten Ziele.
- Flak Cannon (Vladof-Schwerwaffen-Ordnanz): Zerlegt Gegner mit einem Kugelhagel.
- Collector (Order-Schild): Übersteht jeden Sturm mit enormer Kapazität und schneller Aufladerate, ausgeglichen durch eine längere Aufladeverzögerung.

Fünf neue Klassen-Mods: Für jeden aktuellen Kammer-Jäger wird ein einzigartiger Klassen-Mod verfügbar sein. Ein sechster Klassen-Mod wird diesem Loot-Pool im 3. Quartal 2026 hinzugefügt, wenn der nächste Kammer-Jäger mit Story-Pack 2 erscheint.

Neue Firmware: Active Fire: Auf Stufe 3 verursacht der voll aufgeladene Schuss einer Aufladewaffe Bonusschaden, wenn er genau in dem Moment abgefeuert wird, in dem er verfügbar ist. Präzises Timing wird dadurch mit erhöhter Durchschlagskraft belohnt.

Zur Erinnerung: Spieler:innen müssen die Hauptkampagne abgeschlossen haben, bevor sie sich Subjugator und Thol dem Unbesiegbaren stellen können. Schaltet außerdem am 26. Mai beim Gearbox DevCast ein. Dort gibt es einen Deep Dive zum Design und zur Lore hinter diesem furchteinflößenden Doppel-Bosskampf sowie einen ersten Blick auf die Kampfarena der Raid-2-Begegnung.

Für engagierte Kammer-Jäger, die sich durch die höchsten Stufen des Ultimativen Kammer-Jäger-Modus (UVHM) kämpfen, hebt Version 1.7 außerdem die Level-Obergrenze auf UVHM-Level 7 an. Zusätzlich enthält das Update eine von der Community gewünschte Umschaltoption für geteilten Charakterfortschritt. Diese Funktion wurde ursprünglich mit Version 1.5 eingeführt und ermöglicht es Spieler:innen, Fortschritte bei SDUs, Sammelobjekten und mehr zu teilen. Mit der neuen Umschaltoption können Spieler:innen nun einen neuen Kammer-Jäger mit komplett sauberem Spielstand erstellen und Kairos noch einmal so entdecken, als wäre es das erste Mal.

Update 1.7, einschließlich Subjugator und Thol der Unbesiegbare, ist der neueste kostenlose Drop aus der kommenden Content-Roadmap. Mit Blick nach vorn ist Version 1.8 für Ende Juni geplant. Sie führt am selben Tag einen kostenlosen Takedown sowie den kostenpflichtigen DLC Bounty Pack 3 ein.

Mars-Kolonisation für die Ewigkeit: "Terraforming Mars" erhält einen Legacy-Ableger

Eines der populärsten Brettspiele der Welt wagt den Schritt zur fortlaufenden Kampagne. Auf der Crowdfunding-Plattform Gamefound präsentiert Stronghold Games "The Legacy of Mars".

Wenn Brettspiel-Fans an die Besiedlung des Roten Planeten denken, fällt unweigerlich ein Name: Terraforming Mars. Das strategische Schwergewicht von Autor Jacob Fryxelius ist seit Jahren ein absoluter Dauerbrenner auf den Spieltischen. Nun kündigen Stronghold Games und FryxGames den nächsten großen Wurf für die interplanetaren Mega-Konzerne an: Eine Legacy-Version.


Permanente Veränderungen und neues Terrain

Unter dem Titel The Legacy of Mars wandelt sich das bekannte, ressourcengetriebene Engine-Building-Prinzip zu einer epischen, zusammenhängenden Geschichte. Das "Legacy"-Format bedeutet im Brettspieljargon, dass Entscheidungen dauerhafte Konsequenzen haben. Spielmaterial wird über Partien hinweg permanent verändert – durch Sticker, Markierungen oder gar zerstörte Karten –, während sich der Spielplan von Spiel zu Spiel weiterentwickelt.

Der Clou dabei: Die Kampagne beschränkt sich nicht nur auf das Terraforming des Roten Planeten. Die Spieler treiben die Expansion der Menschheit als Pioniere auch in das weitere Sonnensystem voran.

Das liefert die Box laut Ankündigung der Entwickler:

  • Gewaltiger Umfang: Über 600 einzigartige Projektkarten.

  • Neue Spielwelten: 4 unterschiedliche Maps für abwechslungsreiche Phasen der Kampagne.

  • Ausstattung: Doppellagige Spieler-Tableaus (Dual-Layer Boards) und eigens gefertigte "Parameter-Miniaturen".

  • Spielmodi: Ein dedizierter Solo-Modus ist direkt in der Box inkludiert.

Hirnjogging statt Zwillingssuche: Warum "Wort im Wort" das Memo-Genre entstaubt - Test / Review

                                         

Titel: Wort im Wort
Verlag: Piatnik
Spieleranzahl: 2 bis 6 Personen
Dauer: ca. 20 Minuten

Der Wiener Spieleverlag Piatnik bringt mit "Wort im Wort" eine clevere Abwandlung des Spieleklassikers auf den Tisch. Ein Testbericht über kognitive Stolpersteine und die Eule in der Keule.

Memory, oder wie es lizenzrechtlich unverfänglich meist schlicht „Memo“ genannt wird, haftet ein etwas zwiespältiger Ruf an. Kinder lieben es, weil sie Erwachsene dabei dank ihres unverbildeten Kurzzeitgedächtnisses regelmäßig gnadenlos abziehen. Erwachsene wiederum ertragen es – meist mit einem gequälten Lächeln –, bis der Nachwuchs endlich im Bett ist. Mit Wort im Wort von Autorin Steffi-Maria Schlinke wagt der Wiener Traditionsverlag Piatnik nun den Versuch, diese asymmetrische Spieldynamik am Tisch aufzubrechen. Und das gelingt erstaunlich gut.



Die Eule in der Keule

Das Prinzip bleibt im Kern vertraut: Kärtchen liegen verdeckt auf dem Tisch, wer an der Reihe ist, deckt zwei auf. Doch anstatt das exakt gleiche Zwillingsbildchen zu suchen, fordert Wort im Wort einen kognitiven Zwischenschritt. Die quadratischen Plättchen zeigen zwar hübsch illustrierte Alltagsgegenstände und Tiere, doch das gesuchte Paar zeichnet sich durch eine linguistische Symbiose aus: Ein Wort muss komplett im anderen enthalten sein.

Deckt man also die Eule auf, sucht man nicht die zweite Eule, sondern – völlig logisch – die Keule. Im Bild der Ameise versteckt sich das Eis, aus dem Brot lacht das Rot, und wer die Eier aufdeckt, sucht am Tisch inständig nach der Feier. Das klingt auf dem Papier nach einer banalen linguistischen Aufwärmübung für die dritte Klasse Volksschule, entpuppt sich in der Praxis aber rasch als veritable Gehirnakrobatik.



Das Bild-Wort-Schisma

Der Clou des Spiels liegt in der Übersetzung vom Visuellen ins Verbale. Das menschliche Gehirn ist naturgemäß darauf getrimmt, Bilder als Konzepte abzuspeichern, nicht als starre Buchstabenfolgen. Wenn also das Bild eines Insekts aufgedeckt wird, meldet der Cortex zuerst „Käfer“, „Tier“ oder eben „Ameise“. Diese visuelle Information dann bruchteilschnell in ihren phonetischen Bestandteil zu zerlegen und parallel nach dem passenden Gegenstück („E-i-s“) auf dem Tisch zu fahnden, sorgt selbst bei sprachaffinen Erwachsenen für charmante Aussetzer.

Insgesamt 27 solcher ungleichen, aber sprachlich verwandten Paare warten darauf, gefunden zu werden. Die Altersvorgabe ab acht Jahren ist dabei durchaus treffend gewählt. Jüngere Kinder scheitern weniger am Gedächtnis als an der fehlenden semantischen Flexibilität, während Erwachsene oft schlichtweg viel zu kompliziert denken.

Fazit

Wort im Wort erfindet das Genre der Legekartenspiele gewiss nicht neu, fügt der oft repetitiven Zwillingssuche aber einen erfrischenden, sprachlichen Twist hinzu. Es verzichtet auf die allzu stark erhobene Pädagogik-Keule (Wortspiel beabsichtigt) und liefert stattdessen schnelle, unkomplizierte Unterhaltung, die das Hirn sanft massiert, ohne es zu überfordern. Ein kompaktes und cleveres Mitbringsel, das in der angegebenen Spieldauer von knackigen 20 Minuten genau das hält, was es verspricht.

Wertung: 8/10


Donnerstag, 14. Mai 2026

Classic Review: Macht, Pfeffer und ein bisschen frommer Schwindel: „Colonia“ im Brettspiel-Test -

                                           


Erscheinungsjahr: 2009
Verlag: Queen Games
Autor: Dirk Henn


Der Preis der Heiligkeit: „Colonia: 1322 A.D.“ im Brettspiel-Test

Im Köln des 14. Jahrhunderts wird um Macht, Moneten und fromme Relikte gerungen. Queen Games liefert mit dem Strategiespiel von Autor Dirk Henn einen anspruchsvollen und grandios verzahnten Wirtschaftskrimi ab, der den Geist der Hanse atmet.

Es ist das Jahr 1322. Köln ist nicht nur die größte Metropole des Heiligen Römischen Reiches, sondern auch ein logistischer Knotenpunkt par excellence. Wer hier das Sagen hat, dessen Arm reicht weit über den Schatten des unvollendeten Doms hinaus. Genau in diese Blütezeit des patrizischen Einflusses versetzt uns „Colonia: 1322 A.D.“ aus der Feder von Erfolgsautor Dirk Henn („Alhambra“).

Das Spielziel ist dabei so historisch zynisch wie spielerisch reizvoll: Es gilt, den florierenden europäischen Handel zu dominieren, um den erwirtschafteten Reichtum sogleich wieder in das damals ultimative Statussymbol zu investieren – heilige Reliquien. Denn nach einer festgesetzten Anzahl an Spielrunden, die jeweils ein historisches Halbjahr repräsentieren, gewinnt schlichtweg jenes Familienoberhaupt, das durch diese frommen Artefakte die meisten Siegpunkte auf sich vereinen konnte. Wer am Ende die ruhmreichste Reliquiensammlung vorweist und das meiste Prestige genießt, entscheidet die Partie für sich.

Machtpoker hinter Sichtschirmen

Um dieses Ziel zu erreichen, reicht simple Buchhaltung jedoch nicht aus. Die Prämisse mag auf den ersten Blick wie klassisches Ressourcenmanagement klingen – Rohstoffe einkaufen, Veredelungsprozesse anstoßen, Waren verschiffen –, doch Henn webt daraus ein psychologisches Meisterstück. Das Herz des Spiels schlägt in seiner Bietphase. Die Oberhäupter der Patrizierfamilien entsenden ihre Gefolgsleute nicht einfach gemütlich auf freie Aktionsfelder, sondern setzen sie im Verborgenen hinter massiven Sichtschirmen ein.

Erst wenn alle ihre begrenzten familiären Ressourcen verteilt haben, fallen die Schranken. Das Resultat ist jedes Mal eine herrliche Mischung aus strategischem Triumph und fassungslosem Entsetzen. 


Von Nowgorod bis Brügge

Die Mechanik belohnt Voraussicht und bestraft Zauderer. Um die wertvollsten Reliquien aus europäischen Handelsmetropolen wie London, Bergen oder Brügge in die Kölner Heimat zu importieren, bedarf es einer perfekt geölten Lieferkette. Erz muss rechtzeitig auf dem Markt beschafft und zu Eisen verhüttet, Wolle in feine Tuche verwandelt werden. Alles muss schließlich in den richtigen Momenten auf die Schiffe verladen werden, um maximalen Profit abzuwerfen.

Die Interaktion am Tisch ist dabei erfrischend hoch: Die Märkte reagieren aufeinander, die lukrativsten Schiffsplätze sind notorisch knapp, und ein rechtzeitig ergatterter Ratssitz kann bei Gleichständen im Biet-Duell das absolute Zünglein an der Waage sein.

Besondere Erwähnung verdient die redaktionelle und materielle Umsetzung. „Colonia: 1322 A.D.“ klotzt mit einer Opulenz, die dem Thema absolut gerecht wird. Hunderte Holzteile und ein überdimensionaler, wunderschön illustrierter Spielplan machen das Wirtschaftsringen zu einem haptischen Genuss, der die Übersichtlichkeit trotz der Spieltiefe jederzeit wahrt. Spannungsbogen, der sich Runde für Runde neu aufbaut.


Eleganz statt Buchhaltung

Trotz des enormen strategischen Gewichts fühlt sich das Spiel erstaunlich flüssig an. Die Regeln verlangen zwar eine aufmerksame Einarbeitung, doch sobald die Räder ineinandergreifen, offenbart sich eine bemerkenswerte Eleganz. Wo andere Spiele dieses Genres oft in trockener Buchhaltung enden, hält „Colonia“ die Interaktion am Tisch stets lebendig. Man baut nicht isoliert vor sich hin, sondern ist ständig gezwungen, auf die Taktiken der anderen zu reagieren. Die Verzahnung der einzelnen Marktplätze, Ratssitze und Handelsrouten ist meisterhaft ausbalanciert.

Fazit

„Colonia: 1322 A.D.“ ist kein Spiel für harmoniebedürftige Bauherren, die am liebsten ungestört auf ihrem eigenen Tableau vor sich hin wirtschaften. Es ist ein hochinteraktives, elegantes und vor allem erfreulich konfrontatives Ringen um Einfluss, perfektes Timing und die heiligsten Reliquien. Dirk Henn beweist hier eindrucksvoll, dass ein anspruchsvolles Wirtschaftsspiel nicht in staubtrockener Rechnerei enden muss. Ein herausragendes Strategie-Schwergewicht, das durch seine psychologische Tiefe bei jedem neuen Aufbau frisch und fordernd bleibt.

Wertung: 9 / 10

Sonntag, 10. Mai 2026

Diablo Immortal x StarCraft: Interstellare Bedrohung trifft auf Sanktuario


Der Krieg des Kosmos hat Sanktuario erreicht:
Vom 13. Mai bis 10. Juni kollidieren Diablo Immortal und StarCraft in einem zeitlich begrenzten Crossover, in dem die Mutationen wüten und es keine Garantie fürs Überleben gibt. Der Schwarm fällt über Sanktuario her und verwandelt es mit neuen Bosskämpfen, Dungeonmutationen, Vertrauten und Crossover-Belohnungen.

Die Wut der Zerg wird mit dem neuen legendären Edelstein Fluchgeschwür entfesselt und in ätzenden Explosionen in den feindlichen Linien einschlägt. Spieler*innen können in Verseuchte Risse vordringen, die Realität in „Dunkler Aufstieg“ durchbrechen und mit einem neuen Phantommarkt zur Königin der Klingen selbst aufsteigen.

  • Die Tal'darim in „Dunkler Aufstieg“: Während des Ereignisses „ Äon der Sterne“ (vier Wochen Belohnungszyklen) können Spieler*innen Einheiten der Templer der Tal'darim und der aufgestiegenen Archons in einem zeitlich begrenzten Bosskampf herausfordern, der für Diablo Immortal neu konzipiert wurde. Bis zu vier Spieler*innen können sich zusammenschließen, ereignisspezifische Ziele erreichen und exklusive Belohnungen erhalten.

  • Verseuchte Risse: Ältestenportale können während „Äon der Sterne“ mutieren, was sie mit Truppen der Zerg überzieht und den wilden Hydralisk als Boss einführt. Diese Risse müssen geschlossen werden, um exklusive legendäre Waffen mit speziellen Affixen zu erhalten.

  • Der Kampf um das Jenseits in einem speziellen Eroberer-Modus: Eine spezielle Eroberer-Variante führt fraktionsbezogene Schreine ein, die mit den ikonischen Streitkräften von StarCraft verbunden sind. Spieler*innen müssen Schreine aktivieren, um mächtige Kugeln freizusetzen, welche die von ihnen gewählte Fraktion unterstützen:

    • Stimpack (Terraner): +30 % Angriffs- und Bewegungsgeschwindigkeit für 8 Sekunden
    • Gift (Zerg): Angriffe verschießen Giftgeschosse, die einen Schaden-über-Zeit-Effekt auslösen
    • Schilde (Protoss): Errichtet einen Schutzschild, der Schaden absorbiert.

Während eines Matches erscheinen nur Kugeln, die der ausgewählten Fraktion entsprechen.

Sammle von Starcraft inspirierte Vertrautenskins 
Zergling stürzt sich mit unaufhaltbarer Geschwindigkeit und von unbändiger Wut getrieben in die Schlacht. Wenn er an der Seite der Spieler*innen kämpft, können tragbare Fertigkeiten ohne Abklingzeit eingesetzt werden, wodurch der Kampf zu einem ununterbrochenen Sturmangriff wird.


Samstag, 9. Mai 2026

Die Sims 4 kündigt das Die Sims 4 Lady Bridgertons Maskenball-Mode-Set und das Die Sims 4 Lady Bridgertons Maskenball-Saal-Set an

Die Sims geben zwei neue Sets bekannt, die in Zusammenarbeit mit Netflix und Shondaland entstanden sind: Die Sims 4 Lady Bridgertons Maskenball-Mode-Set und Die Sims 4 Lady Bridgertons Maskenball-Saal-Set. Die Sets erscheinen am 14. Mai 

Mit diesen neuen Inhalten können Spieler:innen ihre Sims in wallende Ballkleider, maßgeschneiderte Anzüge und geheimnisvolle Masken hüllen und sie in gewaltigen Ballsälen inmitten von Kronleuchtern, Blumengestecken und opulenten Dekorationen tanzen lassen. Für Simmer:innen, die sich keine neuen Inhalte entgehen lassen wollen, gibt es das Maskenball-Bundle, das beide Sets und drei exklusive Objekte enthält, die von der feinen Gesellschaft inspiriert sind. 

Die Feierlichkeiten in Die Sims 4 beginnen am 12. Mai mit einem zeitlich begrenzten Anmelde-Event, das über 22 Belohnungen liefert, darunter Mode, Dekorationen und sogar ein neues Merkmal, mit dem sich die eigenen Sims von anderen abheben werden.