Samstag, 19. Juli 2025

Donkey Kong: Bananza im Test: Der König des Dschungels bittet zum Next-Gen-Tanz


Erscheinungsdatum: Juli 2025
Genre: Jump´n Run
Plattform: Switch 2


Seit "Donkey Kong 64" herrschte im dreidimensionalen Raum Funkstille um den berühmtesten Primaten der Gaming-Welt. Mit "Donkey Kong: Bananza" für die Switch 2 kehrt er nun zurück – und zeigt, dass er nicht nur rollen, sondern auch den Raum beherrschen kann. Ein Test über Wucht, Weitsicht und eine neue Ära.



Es war ein gewagtes Experiment. Während Mario sich in der dritten Dimension längst emanzipiert hat, blieb Donkey Kong über Jahrzehnte der König der 2D-Ebene. Die Skepsis war groß: Würde das wuchtige, fast schon träge Spielgefühl der Country-Reihe in einer offenen 3D-Welt funktionieren? Die Antwort nach rund 20 Spielstunden auf der neuen Switch 2 lautet: Ja, und wie.

Die Befreiung aus der Schiene

Donkey Kong: Bananza bricht mit dem engen Korsett der Side-Scroller. Wir steuern DK durch weitläufige, vertikal angelegte Areale, die in Sachen Weltenbau eher an Super Mario Odyssey oder Psychonauts erinnern als an die alten Klassiker. Doch der entscheidende Unterschied ist das Gewicht.

DK steuert sich nicht wie eine federleichte Klempner-Elfe. Jeder Sprung hat Masse, jeder Schlag auf den Boden lässt dank des präzisen haptischen Feedbacks der neuen Switch-2-Controller die Handflächen vibrieren. Das neue "Bananza-Flow-System" belohnt flüssige Bewegungsabläufe: Wer Sprünge, Rollen und Lianen-Schwünge perfekt aneinanderreiht, baut Momentum auf, das DK fast schon wie eine Naturgewalt durch die Level katapultiert.
Ein technisches Statement für die Switch 2


Man muss es so deutlich sagen: Ohne die Hardware-Power der Switch 2 wäre dieses Spiel in dieser Form nicht möglich gewesen. Die Sichtweite in den "Bananen-Archipelen" ist atemberaubend. Wenn man vom Gipfel eines Vulkans in den dichten Dschungel blickt, sieht man kein verwaschenes Grün, sondern einzelne, sich im Wind wiegende Palmen.

Raytracing im Urwald: Das Lichtspiel in den Wasserfällen und die Reflexionen auf DKs Fell setzen neue Maßstäbe für Nintendo-Verhältnisse.

Ladezeiten? Fehlanzeige: Dank der neuen SSD-Architektur wechselt man zwischen den Welten fast ohne Verzögerung – ein Segen für den Spielfluss.
Mehr als nur Sammelwahn



Ein Trauma vieler Fans der N64-Ära war der übertriebene Sammelwahn. Bananza umschifft diese Klippe elegant. Zwar gibt es viel zu entdecken (Puzzleteile, goldene Bananen, K-O-N-G-Lettern), doch fast alles davon ist an spielerische Herausforderungen gekoppelt. Mal müssen wir in bester Action-Manier eine Horde von mechanischen Tikis im Nahkampf besiegen, mal eine halsbrecherische Verfolgungsjagd in der Lore (nun in 3D!) überstehen.

Die Kamera, oft das Sorgenkind der 3D-Plattformer, agiert dabei erstaunlich intelligent und lässt uns auch in hitzigen Kämpfen selten im Stich.

Fazit:

Donkey Kong: Bananza ist das Spiel, das wir uns schon vor 20 Jahren gewünscht hätten, das aber erst heute technisch möglich ist. Es ist ein Triumph des Gamedesigns, der die Wucht der alten Teile mit der Freiheit moderner 3D-Abenteuer kombiniert. Nintendo liefert hier den ultimativen Beweis, dass die Switch 2 mehr ist als nur ein kleines Upgrade – sie ist die Bühne für den neuen König des Kong 3D-Jump-’n’-Runs.