Kinostart: 05.02.2026
Genre: Horror
Filmdauer: 1h 47m
Christophe Gans wagt sich an den heiligen Gral des Psycho-Horrors. Die Adaption von „Silent Hill 2“ ist ein bildgewaltiger Abstieg in die Hölle, der jedoch unter der Last seiner Vorlage und einem blassen Protagonisten ächzt.
Es ist fast zwanzig Jahre her, dass Christophe Gans mit dem ersten Silent Hill-Film bewies, dass Videospielverfilmungen nicht zwingend wie billiger Trash aussehen müssen. Nun kehrt der französische Ästhet zurück in den Nebel und nimmt sich mit Return to Silent Hill jenen Stoff vor, der in Fankreisen nur flüsternd und mit ehrfürchtigem Schaudern genannt wird: die Geschichte von James Sunderland.
Die Adaption des zweiten Teils der Spielreihe gilt als Herkulesaufgabe. Es ist keine simple Fluchtgeschichte, sondern eine Parabel auf Schuld, Sühne und toxische Maskulinität. Gans liefert erwartungsgemäß große Bilder, vergisst dabei aber bisweilen, dass ein Film mehr braucht als nur perfekt ausgeleuchteten Rost.
Ein Brief aus dem Jenseits
Die Prämisse bleibt dem Original treu: James Sunderland (Jeremy Irvine) ist ein gebrochener Mann. Seine große Liebe Mary ist tot, doch ein Brief in ihrer Handschrift lockt ihn zurück an ihren „besonderen Ort“: Silent Hill. Was folgt, ist der klassische Orpheus-Mythos, nur dass die Unterwelt hier nicht nach Schwefel riecht, sondern nach Schimmel und Desinfektionsmittel.
Visuell ist das – man muss es so sagen – eine Wucht. Wenn die Sirene heult und die Realität sich wie verbrannte Haut abschält, um das stählerne Skelett der „Otherworld“ freizulegen, ist Gans in seinem Element. Die Kamerafahrten sind elegant, der Nebel ist dick, und Akira Yamaokas ikonischer Score drückt zuverlässig auf die Melancholie-Drüse. Man spürt: Hier ist ein Regisseur am Werk, der die Vorlage liebt. Vielleicht zu sehr.
Das Problem mit James
Das Herzstück der Geschichte steht und fällt mit James Sunderland. Im Spiel war er ein unzuverlässiger Erzähler, dessen stoische Ruhe gruseliger wirkte als jedes Monster. Im Film wirkt Jeremy Irvine (War Horse) oft schlicht überfordert.
Er navigiert durch den Nebel mit einem permanenten Ausdruck leidender Verwirrung, der zwar zum Szenario passt, aber kaum emotionale Tiefe zulässt. Die Chemie mit den Nebenfiguren – etwa der tragischen Angela oder der mysteriösen Maria – bleibt Behauptung. Wo das Spiel den Horror aus der psychologischen Isolation zog, setzt der Film auf externe Schauwerte.
Fan-Service als Stolperstein
Und dann sind da die Monster. Natürlich darf der „Pyramid Head“ nicht fehlen, jenes maskuline Ungetüm mit dem Riesenschwert. Doch während er im Spiel eine spezifische psychologische Bedeutung für James hatte, wirkt er hier oft wie ein bestellter Partygast, der auftaucht, weil die Fans ihn auf dem Plakat sehen wollten. Die Kreaturen, von den „Mannequins“ bis zu den Krankenschwestern, sind herrlich grotesk designt (Gans setzt lobenswerterweise oft auf praktische Effekte statt nur CGI), aber sie verkommen zu Hindernissen in einem Hindernislauf, dem die dramaturgische Dringlichkeit fehlt.
Fazit
Return to Silent Hill ist besser als die katastrophale Fortsetzung Revelation (2012), aber er erreicht nicht die geschlossene Atmosphäre des Erstlings von 2006. Gans inszeniert eine wunderschöne Geisterbahnfahrt, die Fans der Spiele viele „Aha“-Momente beschert. Doch wer nicht weiß, warum James wirklich in der Stadt ist, wird von der wirren Narration eher irritiert als gefesselt sein. Es bleibt ein atmosphärischer, aber seltsam distanzierter Horror-Trip.
Wertung: 6 von 10
Bildgewaltiger Fan-Service mit erzählerischen Schwächen.








.jpg)
.jpg)
.jpg)

.jpg)

















.jpg)